Untertitel: Professional Tinkerers go Smart Home.
Wir haben ein neues Spielzeug. Nichts könnte sowohl die Steuerungsfreaks als auch die IT-Nerds unter den Siedlern mehr ansprechen.
Eigentlich waren wir bis jetzt auch schon smart: Die Universalregelung UVR1611 wird mittels BL-NET an das Computernetzwerk angebunden. Der BL-NET ist damit eine Art Gateway zwischen dem CAN-Bus, über den die Regelung mit weiteren Sensoren und dem lokalen Ethernet kommuniziert.

Auf dem BL-NET läuft ein Webserver, der auch für Zugriff aus dem Internet an der eigenen Firewall freigeschaltet werden kann. Zusätzlich ist der BL-NET ein Datenlogger: D.h. die Messdaten werden am Logger zwischengespeichert und vom PC regelmäßig abgeholt – dazu ist die Software ‚Winsol‘ nötig.

Das C.M.I. (Control and Monitoring Interface) – das neue Spielzeug – unterstützt prinzipiell auch diese Funktionen: Verwaltung der Universalregelung und Datenlogging. Allerdings ist das CMI jetzt ‚cloud-ready‘, um endlich ein trendiges Wort zu benutzen.
Das CMI kann über ein zentrales Webportal verwaltet werden: Es baut eine Verbindung vom internen Netz nach außen auf und kann so wie ein normaler Computer hinter dem eigenen Internetrouter eingebunden werden. Es ist nicht mehr nötig, die eigene Firewall für Zugriffe von Extern zu konfigurieren (Portweiterleitung – zu den Optionen siehe auch unsere erste Botschaft an die Heizungsbastler).
Über das Portal kann dann auf das C.M.I. zugegriffen werden – vergleichbare Techniken kommen z.B. bei den Linksys-Smart-WiFi- oder den DLink-Cloud-Routern zum Einsatz.
Eine wesentliche Änderung gegenüber BL-NET ist die Verwendung einer SD-Karte zur Zwischenspeicherung von Loggingdaten und auch zum Datenaustausch mit CAN-Geräten – wie zum Upload von Firmware oder Funktionsdaten. Letzterer funktioniert damit per Drag&Drop, ohne die Software ‚Memory Manager‘, die dafür beim BL-NET nötig war.

Der große Vorteil der SD-Karte ist ein einfacherer und sicherer Datenaustausch mit Anderen wie Dienstleistern (oder punktwissern): Im Portal werden für einen weiteren Onlinebenutzer Zugriffsrechte vergeben – der punktwisser kann dann über das Portal von der SD-Karte Logging-Daten abholen. Mit der Software Winsol können die Daten dann „eingelesen“ werden, wenn auf dem WinSol-PC eine entsprechende Ordnerstruktur vorbereitet wurde.

Insgesamt eine benutzerfreundliche und sichere Lösung.
Was man sonst noch wissen sollte:
- Vor dem Anlegen des Onlinebenutzers für das Portal wird man darauf hingewiesen, dass die Daten auf einem Amerikanischen Server abgelegt werden. Hierbei handelt es sich um die Amazon-Cloud, also eine der gängigen Möglichkeiten, Applikationen ‚in der Cloud‘ zu betreiben.
- Die Inbesitznahme des eigenen CMI erfolgt, indem man die Seriennummer und den Schlüssel des eigenen Gerätes im Onlineportal angibt. Beides findet man auf Aufklebern außen am Gerät. Das CMI lässt allerding nur eine Zuordnung zu einem Benutzer zu – ein ‚zufälliger Beobachter‘ dieser Aufkleber kann sich damit keinen Zugriff verschaffen.
- Das CMI hat keinen USB-Anschluss mehr (im Vergleich zum Vorgänger ‚BL-NET‘) und ist damit ähnlich einem Internetrouter zu konfigurieren: Beim Betrieb am lokalen Netzwerk erhält das CMI automatisch (über DHCP) eine IP-Adresse, die dann über die Weboberfläche geändert werden kann. Alternativ kann über eine auf der SD-Karte zu speichernde Textdatei eine fixe IP-Adresse eingestellt werden.
- Für das Datenlogging wird jetzt der gleiche Port verwendet wie für den Webzugriff (80). Damit ist die Freigabe der Weboberfläche über Portweiterleitung nicht mehr zu empfehlen – genau um diese Variante abzulösen, gibt es jetzt das Webportal. Der Webserver des CMI macht aber ansonsten einen sehr sicheren Eindruck.
- Die Standardpasswörter sollte man trotzdem ändern.
- Die Loggingeinstellungen können nicht mehr in Winsol gemacht werden, sondern nur noch in der Weboberfläche – also über den Zugriff über das Portal oder die lokale IP-Adresse. Man kann also über Winsol die Loggingeinstellungen nicht mehr zurückschreiben – daher wird auch eine neuere Version von Winsol benötigt.
- Die Stromversorgung erfolgt über den CAN-Bus, optional gibt es auch ein Netzteil.
- Der „anonyme“ Zugriff auf das Onlineschema ist mit C.M.I. nicht mehr möglich (im Sinne von: Gastkennwort leer lassen). Ein potenzieller Gast erstellt einen Online-Portalbenutzer und fragt beim Besitzer um Gastzugriff an.
- Das Onlineschema – die Grafik mit automatisch aktualisierten Messwerten – unterscheidet sich in der Struktur der benötigten Dateien von der BL-NET-Version. Zur Erstellung wird die Software TA Designer benötigt.
- Update: Ab der Firmware-Version 1.11 ist auch das Loggen direkt vom Portal möglich – dies erlaubt z.B. den einfachen Zugriff auf die Daten eines Kunden, der Gastzugriff erlaubt hat.

Das ist noch das Onlineschmema des BL-NET. Nach dem ersten Schreck, das alles umbauen zu müssen, haben wir glücklicherweise festgestellt, dass dieselbe Grafik weiterverwendet werden kann. Die möglichen Sensorwerte müssen neu aus dem Baum (links) zugeordnet werden.
Ein besonderes Sicherheitsfeature gibt es noch, von dem wir nicht wissen, ob es gewollt ist:
Die ‚Wände‘ des Gehäuses ragen über die Kabelbuchsen, damit lassen sich die Kabel nicht mehr ohne Hilfsmittel abstecken, z.B. durch vorsichtiges Heraushebeln mit einem Brieföffner. Vielleicht die Lösung für das klischéehaft oft zitierte (aber durchaus in der Praxis vorkommende) unvorsichtige Reinigungspersonal, das gerne Kabel umsteckt.






